Trachten verbinden viele Menschen zunächst mit der klassischen Volkstracht, die man auf Volksfesten und Feiern gerne trägt. Aber in jedem Land gibt es auch immer verschiedene Berufstrachten, die meist regionalen Unterschieden unterliegen.
Unter Berufstrachten versteht man ein breites Feld der klassischen Trachtenmode. Früher gehörte die Tracht zum Alltag, und erfüllte vor allem den Zweck, dass man erkannte wen man sich gegenüber hatte. Denn die Tracht gab Auskunft über die gesellschaftliche Position und meist auch die berufliche Tätigkeit. Solche Berufstrachten waren nicht nur besonders schön verarbeitet, sondern waren auch sehr zweckgebunden gestaltet. Man erkannte also sofort an der Tracht auch die Gilde oder Zunft des anderen. Solche Berufstrachten haben sich heute fast vollständig verloren. Solche schönen Trachten wie zum Beispiel von Gerbern oder Schustern findet man heute nur noch im Museum oder bei speziellen Trachtenfesten. In manchen Dörfern sind solche Berufstrachten aber noch vorhanden, wenn auch nicht mehr in dem Umfang wie vor einigen hundert Jahren. Aber es gibt durchaus noch kleine verstreute Gemeinden, die versuchen dieses kulturelle Erbe zu bewahren. Hier kann man noch klassische Bauerntrachten finden, wie es sie im 18. Jahrhundert noch überall in Deutschland gab. Aber solche Traditionen sterben nach und nach aus, weil es sich auch nicht lohnt so zu leben. Viele Berufsstände von früher gibt es heute auch gar nicht mehr, zumindest nicht in der klassischen Form. Aber es gibt auch heute noch Berufstrachten im Alltag, die kaum mehr jemandem auffallen.
Einige Berufstrachten haben die Jahrhunderte überlebt und existieren heute noch. In unserer Gesellschaft sind sie so normal geworden, dass sie uns gar nicht mehr auffallen. So zählen zu den Berufstrachten auch die öffentlichen Gewänder von Richtern und Anwälten. Die klassische Robe eines Richters existiert in dieser Form schon sehr lange, und hat sich bis heute in diesem Berufsstand gehalten. Für die heutige Gesellschaft ist die richterliche Robe so normal und kaum jemand verbindet das mehr mit einer Berufstracht. Es gibt in unserer Gesellschaft noch viele andere Beispiele für Trachten die eine Geschichte haben. So wird auch der klassische Arztkittel zu den Berufstrachten gezählt. Der weiße Kittel ist schon seit vielen hundert Jahren das Erkennungszeichen für einen Arzt. Wir haben uns heute so sehr daran gewöhnt, dass uns das gar nicht mehr auffällt. Aber auch die Arbeitskleidung von Bäckern und Köchen ist eine Berufstracht. Wenn man alte Gemälde aus dem 17. Jahrhundert betrachtet, dann werden Bäcker und Köche auch damals schon mit den klassischen Jacken abgebildet. Aber es gibt in unserer Gesellschaft auch noch vereinzelt Berufstrachten die von vielen auch als solche erkannt werden. Zum Beispiel die Berufstracht eines Jäger ist deutlich von klassischen Elementen geprägt. Oder der Schornsteinfeger hat auch heute noch die selbe schwarze Tracht wie früher. Auf diese Weise ist die Tracht auch ein Teil der modernen Gesellschaft geworden. Ansonsten finden sich Elemente von verloren gegangener Berufstracht heute noch in moderner Landhausmode. Hier werden klassische und traditionelle Details liebevoll in moderne Trachten eingearbeitet, die über die Jahre immer beliebter geworden sind. So finden auch traditionelle Elemente ihren Weg in die Moderne.
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