Trachten Früher musste man sich nur anschauen, wie die Menschen bei einer bestimmten Festlichkeit oder auch nur ganz normal am "heiligen Sonntag" gekleidet waren, und schon wusste man, in welchem Landstrich man sich gerade aufhielt. Dies galt nicht nur für so auffällige Kleidungsstücke wie die Hüte der Schwarzwälder Bäuerinnen mit ihren auffälligen roten Pompons, die Bollenhüte, sondern für das gesamte "Outfit".
Meistens in etwas weniger schmucker und zweckmäßigerer Form gab es in vielen Regionen auch eine Art Alltags-Tracht - einfach die Kleidung, die die meisten Menschen trugen, weil sie einfach war und sich gut zur Arbeit eignete. Jede Gegend, teilweise sogar jeder Ort hatte seine ganz bestimmte Tracht. Das Tragen dieser Tracht symbolisierte die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe und war gleichzeitig ein Zeichen, dass man alte Traditionen ehrte. Auch wenn man heute manchmal bei großen Festen diese traditionellen, althergebrachten Trachten noch sieht - aus dem Alltagsleben und aus der Arbeit sind sie heutzutage weitgehend verschwunden. Und auf den Festen werden die regionalen Unterschiede längst nicht mehr so streng berücksichtigt. Stattdessen haben sich die Trachten in einer ganz anderen Form in unser Leben gedrängt und beherrschen in gewisser Weise beinahe ebenso wie früher den Alltag: Trachtenkleidung ist schon lange nicht mehr Kennzeichen der eigenen Herkunft, sondern ein ganz normales Accessoire modischer Kleidung geworden. So findet sich auch heute in fast jedem Haushalt Trachtenkleidung, und wenn es nur in Form einer Trachtenbluse oder Wanderjacke ist - neben Sommerkleid, Jeans und Anzug. |